Matthäuskirche verbindet Glaube und Kunst in besonderer Art

Zur diesjährigen Jahreshauptversammlung des EAK Berlin-Brandenburg konnte Wolfgang Huber für einen Vortrag zum Thema „Gott, das Geld und die Finanzmärkte“ gewonnen werden. Bevor er jedoch mit seiner Rede begann, gab er eine kurze verbale Führung durch den Tagungsort, die Matthäuskirche am Kulturforum, deren Kuratorium er jahrelang vorsaß.

Hans-Georg von der Marwitz
Hans Georg von der Marwitz, Vorsitzender des EAK-Berlin-Brandenburg

Die Matthäuskirche verbindet Glaube und Kunst in besonderer Art: Das Kirchengebäude selbst ist zuvorderst in strahlendem Weiß gehalten. Den üblichen Kirchenschmuck sucht man vergebens. Minimalistisch und gerade deshalb sehr beeindruckend ist die Ausstattung der Kirche mit Bedacht und einem ausgeprägten Sinn für moderne Kunst gewählt.

So zieht vor allem das Kreuz im Kirchenschiff, das den Namen „Zwei für Eins“ trägt, die Blicke auf sich. Statt zu einem Stück verbunden, hängen zwei blaue Streben unabhängig hinter einander. Je nach der Perspektive des Betrachters gewinnt das Kreuz dadurch eine andere Ausdruckskraft – mal gebrochen, mal als Einheit, mal symmetrisch, mal asymmetrisch. Da das so geschaffene Kreuz nicht an der Wand hängt, sondern frei zu schweben scheint, wird es zugleich durch den jeweiligen Lichteinstrahl im Kirchenschiff multipliziert, je nachdem, wie das Licht in die Kirche einfällt und das Kreuz dadurch Schatten wirft.

Symbol für tragische Geschichte zwischen Christentum und Judentum
Ein weiteres Kunstwerk ist derzeit im Entstehen: Unter dem Titel „Stufen“ schafft Micha Ullmann, von dem auch die „Versunkene Bibliothek“ am Bebelplatz stammt, ein Kunstwerk, das sieben Stufen umfasst, die je nach Sichtweise hinab oder hinauf führen. Sie werden mit rotem Sand bedeckt und mit einer Glasplatte verschlossen sein. Ihrer Interpretation ist Tür und Tor geöffnet: Sie symbolisieren die Verbindung zwischen Himmel und Erde, stehen aber auch für die spannungsvolle, tragische Geschichte zwischen Christentum und Judentum. Durch die in die Tiefe weisenden sieben Stufen kann die Tiefe der geschichtlichen Schuld versinnbildlicht sein.

Nach der Rede von Wolfgang Huber hielt Thomas Rachel, Bundesvorsitzender des EAK, ein Grußwort. Anschließend übernahm Christian Meißner, Bundesgeschäftsführer des EAK, die Leitung der Versammlung, um durch die anstehende Wahl des Landesvorstandes Berlin-Brandenburg zu führen. Von der Marwitz als amtierender Vorsitzender des EAK Berlin-Brandenburg erklärte zunächst, wie wertvoll ihm sein Engagement für den EAK ist und berichtete ausführlich über seine bisherige Arbeit. Anschließend stellten sich die weiteren Kandidaten (zwei stellvertretende Vorsitzende und acht Beisitzer) einzeln vor.

Von der Marwitz und die weiteren Vorstandskandidaten wurden mit großer Mehrheit gewählt und nahmen die Wahl an. Der Evangelische Arbeitskreis Charlottenburg-Wilmersdorf gratuliert dem neu gewählten Vorstand des EAK Berlin-Brandenburg, allen voran Hans-Georg von der Marwitz als Vorsitzendem von Herzen zur Wahl und hofft auf gute Zusammenarbeit in den kommenden Monaten.

Simone Sand

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