Kultur, Mensch & Kirche

Danke für die Ernte

Am 4. Oktober 2015 fand das erste Inter­re­li­giöse Ernte­dankfest, organi­siert vom Evange­li­schen Arbeits­kreis Charlot­tenburg-Wilmersdorf, statt. Neben den Mitgliedern des EAK fanden sich auch Mitglieder anderer Gemeinden ein, um gemeinsam Danke zu sagen.

Carola Napieralla als Vorsit­zende des Evange­li­schen Arbeits­kreises beschrieb, wie die Idee zu diesem Inter­re­li­giösen Ernte­dankfest entstanden war. Sie wies darauf hin, dass das Ernte­dankfest kein originär christ­liches Fest ist, das eng mit dem christ­lichen Glauben (wie z.B. Weihnachten oder Ostern) verbunden wäre. Vielmehr zeichnet sich jeder gläubige Mensch durch das Bedürfnis, Danke für die Ernte zu sagen, aus. Folglich bietet das Ernte­dankfest eine gute Gelegenheit, sich bei dem jewei­ligen Schöpfer für die Ernte zu bedanken und gemeinsam zu feiern.

Die Exil-Iranische Gemeinde, vertreten durch Mohammad Moshiri, zeigte in einem Grußwort den engen Bezug persi­scher Kultur zur Natur auf und stellte den Gedanken des Ernte­danks aus musli­mi­scher Sicht dar.

Levi Salomon, Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antise­mi­tismus, beschrieb anlässlich des 3. Oktobers seinen Lebensweg, der Entbeh­rungen und Not mit sich brachte, auf dem er aber auch immer wieder Dankbarkeit empfand, wieder einen Schritt nach dem anderen geschafft zu haben. Zugleich betonte er die Bedeutung und Strahl­kraft des 3. Oktobers nicht nur für Deutschland sondern für die ganze Welt.

Bei Grün darf man gehen

Nach den Grußworten konnten sich die Teilnehmer an dem reich­hal­tigen Büffet, das Speisen aus unter­schied­lichen Kultur­kreisen enthielt, bedienen. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit des Essens, um nicht nur innerhalb ihrer Gruppen, mit denen sie erschienen waren, zu sprechen sondern Kontakte auch zu den anderen Gästen zu suchen. Auf diese Weise wurde friedlich und fröhlich der Gedanke des Ernte­danks gepflegt und gefeiert.

Zum Schluss erhielt das Multi­kul­tu­relle Jugend- und Integra­ti­ons­zentrum, vertreten durch Ibrahim Ali Khan, die gesam­melten Spenden. Das MJI bietet Migranten einen Weg, sich in Deutschland zurecht­zu­finden. Dabei werden leichte Alltags­fragen genauso behandelt wie kompli­ziertere Themen: Bei „Grün“ darf man gehen, bei „Rot“ muss man stehen – Was ist die deutsche Verfassung – Wie melde ich mein Kind zur Schule an. Für Jugend­liche gibt es verschiedene Kurse von Antiag­gres­si­ons­training über Basteln bis zu Sprach- und Hausauf­ga­ben­kursen.

[ Carola Napieralla ]

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