Erinnerungen

April

Im Frühjahr hatten wir das große Glück, die Landes­pfar­rerin der EKBO, Frau Gabriele Lucht, zu einem Abend­essen empfangen zu dürfen. Gabriele Lucht ist innerhalb der EKBO dafür zuständig, die Kranken­haus­seel­sorge in Berlin- Brandenburg aufzu­bauen und zu organi­sieren. Zusätzlich wurde ihr auch die Senio­ren­seel­sorge anver­traut, doch diesen Aufga­ben­be­reich hatten wir im Frühjahr 2013 bewusst ausge­klammert, um ihn bei einem weiteren Abend­essen zu beleuchten. Gabriele Lucht berichtete in einer sehr engagierten Weise von der mühse­ligen, aber außer­or­dentlich erfolg­reichen Arbeit, die Kranken­haus­seel­sorge auf einem finan­ziell und organi­sa­to­risch gutem Fundament aufzu­bauen.
 

Inter­essant war für unsere multi­re­li­giöse und multi-linguale Stadt insbe­sondere, dass es im Rahmen der Kranken­haus­seel­sorge offen­sichtlich keine Grenzen gibt.

 
So berichtete Gabriele Lucht von einer guten Zusam­men­arbeit zwischen verschie­denen Konfes­sionen, aber auch verschie­denen Religionen. Insbe­sondere werden Menschen anderen Glaubens von evange­li­schen Seelsorgern nicht einfach ihren Nöten überlassen sondern man nimmt sich ihnen an, ggf. sorgt man dafür, dass ein Ansprech­partner aus der „richtigen“ Gemeinde herbei­ge­rufen wird, um Beistand zu geben. Auch Sprach­schwie­rig­keiten gibt es nicht, da großer Wert darauf gelegt wird, dass die Seelsorger mehrsprachig geschult sind.

August

Im Sommer beehrte uns Dr. Dirk Kroegel bei einem Abend­essen. Dr. Dirk Kroegel ist in der Berliner Senats­kanzlei der stell­ver­tre­tende Beauf­tragte für Kirchen, Religions- und Weltanschauungs­gemeinschaften. Er nannte die Voraus­set­zungen, um als Religi­ons­ge­mein­schaft mit dem Privileg, Kirchen­steuer verein­nahmen zu dürfen, anerkannt zu werden, und erklärte uns, welch Schwie­rig­keiten diese Voraus­set­zungen beispiels­weise für musli­mische Gemeinden in Berlin bedeuten. Einen kurzen Exkurs gab es unter den Teilnehmern, die von sich aus auf das Berliner Problemkind „Religi­ons­un­ter­richt“ zu sprechen kamen. Obwohl dies nicht in das Fachgebiet von Dr. Dirk Kroegel fällt, war er auch hier gern bereit, das Diskus­si­ons­be­dürfnis zu begleiten.

Oktober

Im Herbst hatten wir das große Glück, den Landes­pfarrer der EKBO für inter­re­li­giösen Dialog, Dr. Andreas Goetze, begrüßen zu dürfen. Dieser Abend zeichnete sich dadurch aus, dass nicht nur die Mitglieder des EAK anwesend waren sondern zugleich eine große Anzahl musli­mi­scher Mitglieder aus der exil-irani­schen Gemeinde. Auf diese Weise wurde nicht nur theore­tisch über den inter­re­li­giösen Dialog gefach­simpelt sondern zugleich der Dialog auch geübt, was manch einen Betei­ligten zu neuen Erkennt­nisseng geführt hat. So kam auch an diesem Abend das Thema wieder zum Religi­ons­un­ter­richt und es stellte sich heraus, dass Moslems wie Christen gleicher­maßen von der Ethik-Lösung in Berlin enttäuscht sind.

Carola Napieralla
Vorsit­zende des EAK ChaWi und freie Reakteurin/Autorin