Mensch & Kirche

Matthäuskirche verbindet Glaube und Kunst in besonderer Art

Zur diesjäh­rigen Jahres­haupt­ver­sammlung des EAK Berlin-Brandenburg konnte Wolfgang Huber für einen Vortrag zum Thema „Gott, das Geld und die Finanz­märkte“ gewonnen werden. Bevor er jedoch mit seiner Rede begann, gab er eine kurze verbale Führung durch den Tagungsort, die Matthä­us­kirche am Kultur­forum, deren Kuratorium er jahrelang vorsaß.

Die Matthä­us­kirche verbindet Glaube und Kunst in beson­derer Art: Das Kirchen­ge­bäude selbst ist zuvor­derst in strah­lendem Weiß gehalten. Den üblichen Kirchen­schmuck sucht man vergebens. Minima­lis­tisch und gerade deshalb sehr beein­dru­ckend ist die Ausstattung der Kirche mit Bedacht und einem ausge­prägten Sinn für moderne Kunst gewählt.

So zieht vor allem das Kreuz im Kirchen­schiff, das den Namen „Zwei für Eins“ trägt, die Blicke auf sich. Statt zu einem Stück verbunden, hängen zwei blaue Streben unabhängig hinter einander. Je nach der Perspektive des Betrachters gewinnt das Kreuz dadurch eine andere Ausdrucks­kraft – mal gebrochen, mal als Einheit, mal symme­trisch, mal asymme­trisch. Da das so geschaffene Kreuz nicht an der Wand hängt, sondern frei zu schweben scheint, wird es zugleich durch den jewei­ligen Licht­ein­strahl im Kirchen­schiff multi­pli­ziert, je nachdem, wie das Licht in die Kirche einfällt und das Kreuz dadurch Schatten wirft.

Symbol für tragische Geschichte zwischen Christentum und Judentum

Ein weiteres Kunstwerk ist derzeit im Entstehen: Unter dem Titel „Stufen“ schafft Micha Ullmann, von dem auch die „Versunkene Bibliothek“ am Bebel­platz stammt, ein Kunstwerk, das sieben Stufen umfasst, die je nach Sicht­weise hinab oder hinauf führen. Sie werden mit rotem Sand bedeckt und mit einer Glasplatte verschlossen sein. Ihrer Inter­pre­tation ist Tür und Tor geöffnet: Sie symbo­li­sieren die Verbindung zwischen Himmel und Erde, stehen aber auch für die spannungs­volle, tragische Geschichte zwischen Chris­tentum und Judentum. Durch die in die Tiefe weisenden sieben Stufen kann die Tiefe der geschicht­lichen Schuld versinn­bild­licht sein.

Nach der Rede von Wolfgang Huber hielt Thomas Rachel, Bundes­vor­sit­zender des EAK, ein Grußwort. Anschließend übernahm Christian Meißner, Bundes­ge­schäfts­führer des EAK, die Leitung der Versammlung, um durch die anste­hende Wahl des Landes­vor­standes Berlin-Brandenburg zu führen. Von der Marwitz als amtie­render Vorsit­zender des EAK Berlin-Brandenburg erklärte zunächst, wie wertvoll ihm sein Engagement für den EAK ist und berichtete ausführlich über seine bisherige Arbeit. Anschließend stellten sich die weiteren Kandi­daten (zwei stell­ver­tre­tende Vorsit­zende und acht Beisitzer) einzeln vor.

Von der Marwitz und die weiteren Vorstands­kan­di­daten wurden mit großer Mehrheit gewählt und nahmen die Wahl an. Der Evange­lische Arbeits­kreis Charlot­tenburg-Wilmersdorf gratu­liert dem neu gewählten Vorstand des EAK Berlin-Brandenburg, allen voran Hans-Georg von der Marwitz als Vorsit­zendem von Herzen zur Wahl und hofft auf gute Zusam­men­arbeit in den kommenden Monaten.

[ Simone Sand ]

Das könnte auch interessant sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.