Diskurs, Soziales

Die Pille danach nur auf Rezept?

Wenn die „Pille“, aus guten Gründen, nur durch ärztliches Rezept verschrieben werden darf, dann muss dies auch für die sogenannte „Pille danach“ gelten. Wie jeder medizi­nische Wirkstoff kann auch Levon­or­ge­strel, der maßgeb­liche Wirkstoff in der „Pille danach“, zu Neben­wir­kungen führen.

Der Evange­lische Arbeits­kreis (EAK) der CDU Rems-Murr fordert die politisch Verant­wort­lichen im Bund und in Europa daher auf, an dieser Rezept­pflicht für die „Pille danach“ festzu­halten.

Vorrang des gesundheitlichen Schutzes

Wie jeder medizi­nische Wirkstoff kann auch Levon­or­ge­strel, der maßgeb­liche Wirkstoff in der „Pille danach“, zu Neben­wir­kungen führen. Diese Risiken können nicht anhand eines Beipack­zettels selbst oder am Apothe­ken­schalter abgeschätzt werden. Dazu muss ein Arzt die Frau, welche das Präparat einnehmen möchte, sehen, ihren indivi­du­ellen gesund­heit­lichen Zustand und die bei ihr gegebenen beson­deren gesund­heit­lichen Risiken beurteilen können. „Der Gang zum Arzt vor der Einnahme des Präparats dient also gerade und vor allem dem gesund­heit­lichen Schutz der Frau“, so EAK-Kreis­vor­sit­zender David Müller. Die Rezept­pflicht müsse im Übrigen auch für das neuere Präparat mit dem Wirkstoff Ulipris­tala­cetat gelten. Der Vorrang des gesund­heit­lichen Schutzes der Frau gelte auch für dieses Präparat.

Die „Pille danach“ wirkt nur, wenn sie innerhalb kurzer Zeit einge­nommen wird.

Die hohe Dichte an Ärzten und Kranken­häusern in Deutschland garan­tiert jeder Frau, dass sie jeden Tag, auch am Wochenende, einen Arzt für eine Verschreibung findet. Aus der notwen­digen Einnahme innerhalb kurzer Frist lässt sich in Deutschland jeden­falls keine Notwen­digkeit ableiten, die „Pille danach“ rezeptfrei zu stellen.

Die „Pille danach“ ist kein Ersatz für andere Verhü­tungs­mög­lich­keiten“, betonte David Müller. Sie sei keines­falls ein Regel­prä­parat zur Empfäng­nis­ver­hütung. Wer häufiger „auf Risiko“ handle, in der Hoffnung auf die „Pille danach“, der brauche umso mehr den ärztlichen Rat und die Beratung über andere, frühere und mit gerin­geren Gesund­heits­ri­siken verbundene Verhü­tungs­mög­lich­keiten.

[ David Müller ]

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